Motorradbatterien - Typen und Pflegetipps - BikerPassion.de Skip to main content

Endlich beginnt der Frühling und man kann die Saison starten! „Hoppla, meine Maschine springt nicht an“ – diesem Problem wird wohl jeder schon einmal begegnet sein. Wir haben deshalb Wissenswertes zu den Motorradbatterien zusammengetragen, die verschiedenen Batterietypen vorgestellt und wollen Euch Tipps zur Erhaltung und Pflege eines solchen Energiespeichers geben.

Technischer Hintergrund

Motorradbatterien unterscheiden sich erheblich von herkömmlichen Batterien aus dem Supermarkt. Egal ob konventionell oder wartungsfrei, handelt es sich dabei meist um Bleiakkumulatoren. Hier laufen wesentlich stärkere chemische Reaktionen ab, die benötigt werden, um den Anlasser des Motorrads zu aktivieren und andere Verbraucher mit Strom zu versorgen.

Die meisten Motorradbatterien bestehen aus einem säurefesten Gehäuse, da darin als Elektrolyt (stromleitende Flüssigkeit) Schwefelsäure enthalten ist. In diesen Flüssigkeiten befinden sich bleibeschichtete Elektroden Platten, die miteinander verbunden sind. Um einen Kurzschluss zu vermeiden werden sie durch eine isolierende Trennschicht, die sogenannten Separatoren getrennt.
Positive Platten bestehen im aufgeladenen Zustand aus Bleioxid, die negativen Platten bilden einen Bleischwamm. Beim Entladen werden Ionen zwischen den unterschiedlich polarisierten Elektrodenplatten transferiert. Dabei reagieren die Schwefelsäure, das Blei und Bleioxid miteinander, die Bleisulfat, Wasser und elektrische Energie freisetzen. Beim Laden, z.B. während der Fahrt, wird die Reaktion entsprechend umgekehrt. Während der chemischen Reaktion entstehen Gase die durch ein Gasauslass im Gehäuse entweichen können.

Jede Zelle hat eine Nennspannung von 2V. Davon werden 6 in Reihe geschalten und erzeugen somit die geforderte Nennspannung von 12V.

Eine nicht wartungsfreie Motorradbatterie muss regelmäßig hinsichtlich ihrer Flüssigkeiten und deren Füllstände überprüft werden. Ist eine Befüllung notwendig, geschieht dies über die Füllkappen am Gehäuse des Akkumulators.
Auch wartungsfreie Batterien bedürfen einer regelmäßigen Kontrolle und Pflege. Dennoch lässt sich ein Verschleiß der Batterie nach einigen Jahren nicht vermeiden. Durch die Reaktion von Schwefelsäure und Blei kommt es zu Korrosionsschäden an den Bleiplatten, sodass die chemische Reaktion schließlich unzureichend abläuft und die erzeugte Energie nicht mehr ausreicht, um die Maschine zu starten. Spätestens dann ist ein Wechsel der Motorradbatterie notwendig.

 

Batterietypen

 

Nass-Batterie

Nass Batterie

Nass Batterie bei Polo Motorrad

Die Nass-Batterie, auch Bleisäure- oder Nassakku, lässt sich leicht an den typischen Verschlussstopfen erkennen. Diese Stopfen verschließen jeweils eine Zelle. Meistens ist die Kunststoffhülle durchsichtig, damit lässt sich der Füllstand des Elektrolyten, in dem Fall verdünnte Schwefelsäure, leichter erkennen.
Dies ist notwendig da von Zeit zu Zeit die Zugabe von destilliertem Wasser notwendig ist, da der Elektrolyt verdunstet. Wenn die Batterie noch zusätzlich immer unter Ladestrom steht, hält sie viele Jahre. Achtung: Die Batterie sollte vor Tiefentladung geschützt werden, denn dieser wirkt zerstörerisch auf die Batterie! Noch zu erwähnen ist, dass dieser Batterietyp nicht auslaufsicher ist, und somit stehend gelagert bzw. eingebaut werden muss.

 

 

MF-Batterie

mf-batterie

MF-Batterie bei Polo-Motorrad

Die MF-Batterie ist ebenfalls eine Nass-Batterie, jedoch ist die Schwefelsäure mit einem Vlies gebunden. Das hat den Vorteil, dass die Batterie auch schräg im Motorrad eingebaut werden darf. Dank einer Kalziumlegierung auf den Elektroden-Platten und einem Gas Umwandlungssystems wird der Verdunstungseffekt auf ein minimales reduziert, sodass die Batterie über ihre Lebenszeit nicht mit Wasser nachbefüllt werden muss.
Daher auch der Name: MF steht für Maintance Free. Doch so ganz wartungsfrei ist diese Batterie auch nicht. Ähnlich wie bei der Nass-Batterie sollte man die MF-Batterie vor Tiefentladung schützen, und sollte diese vor der Winterpause an ein Erhaltungsgerät anklemmen.

 

 

 

Gel-Batterie

gel-batterie

Gel-Batterien bei Polo-Motorrad

Wie der Name schon sagt, erhält das Elektrolyt durch die Zugabe von Kieselsäure eine Gel-artige Konsistenz. Durch diese gute Bindung gehört die Gel-Batterie ebenfalls zu den wartungsfreien Motorradbatterien. Selbst gegen Tiefentladung ist diese unempfindlich und im Gegensatz zu den oben genannten Konkurrenten weißt die Gel-Batterie nur eine geringe Selbstentladung vor. Dadurch bleibt auch ihre Kaltstartleistung konstant.
Man sollte allerdings beim Kauf darauf achten, dass die Gel-Batterie kompatibel zur Lichtmaschine ist. Zu hohe Ladeschlussspannungen könnte zerstörerisch auf solche Komponenten wirken!

 

 

 

 

Lithium-Ionen-Batterie

Lithium-Batterie bei Amazon

Sehr interessant für Motorradfahrer die Gewicht an Ihrer Maschine sparen wollen, denn die Li-Ionen Batterie wiegt rund ein Drittel weniger als die Blei-Typen. Zudem ist sie wesentlich kompakter. Die Li-Ionen Technik bietet eine sehr hohe Energiedichte und liefert dadurch starke Startströme, dabei spielt die Lage der Hightech Motorradbatterie keine Rolle.
Leider können nur Sommersaison-Fahrer die Vorzüge genießen. Unterhalb von 10°C bereitet die Li-Ionen Batterie Probleme beim Anlassen. Außerdem ist die Li-Ionen Batterie gegenüber Tiefentladung sehr empfindlich. Durch die kaum messbare Selbstentladung dürfte dies allerdings nicht so schnell passieren.

 

 

AGM-Reinblei-Batterie

agm batterie

AGM-Batterie bei Polo

Dieser Typ von Batterie zeichnet sich durch enorme Startsicherheit bei Kälte aus. Eine Blei-Zinn-Legierung sorgt für geringen Innenwiderstand, somit sind hohe Startströme möglich. Daher ist die AGM-Reinblei-Motorradbatterien vor allem unter Winterfahrer äußerst beliebt. Auch BMW setzt seit über zehn Jahren darauf. AGM steht übrigens für Absorbent Glass Mat, denn als Isolator zwischen den beiden Bleiplatten werden Glasfasermatten hergenommen. Weitere Vorteile sind die geringe Selbstentladung, die Unempfindlichkeit gegenüber Spannungsspitzen, Wartungsfreiheit und Lageunabhängigkeit. Dafür ist die AGM-Batterie teuer und äußerst schwer.

 

 

 

 

 Nass / Bleisäure-BatterieMF-BatterieGel-BatterieLi-Ionen-BatterieAGM-Batterie
MaterialienBlei, SchwefelsäureBlei, Schwefelsäure, VliesBlei, Schwefelsäure, KieselsäureLithium-EisenphosphatBlei, Schwefelsäure, Glasfaser
Ladespannung14,4V14,3V14,3V14,6V14,7V
Lebensdauer200 - 300 Ladezyklen200 - 300 Ladezyklen200 - 300 Ladezyklen200 - 300 Ladezyklen2000 - 3000 Ladezyklen
Selbstentladung pro Monatbis 10%bis 10%bis 7%bis 3%bis 5%
Kaltstartleistungsehr gutsehr gutgutoptimalmäßig
Gewichthochhochhochgeringsehr hoch
Pro- günstig- günstig
- schräger Einbau möglich
- langlebig
- Einbaulage egal
- kompakt und leicht
- kaum Selbstentladung
- langlebig
- Einbaulage egal
- langlebig
- Einbaulage
- auch bei kälte stark
Kontra- wartungsintensiv
- nicht immer auslaufsicher
- nicht ganz wartungsfrei- nicht überall kompatibel- teuer
- temperaturempfindlich
- teuer
- schwer
Mögliche AngebotePreis prüfenPreis prüfenPreis prüfenPreis prüfenPreis prüfen

 

 

 

Motorradbatterien in der Praxis: Tipps

Spannung überprüfen

Zur Überprüfung des Ladezustands eignet sich am besten ein Voltmeter. Einfach zwischen Plus- und Minuspol die Spannung messen. Dabei sollte kein aktiver Verbrauch angeschlossen sein. Anhand der folgenden Tabelle könnt Ihr Euren Messwert vergleichen.

 

 

 

LadezustandBleisäure-BatterieWartungsfreie BatterieHinweis
100%12,6V13,0Vin Ordnung
75%12,4V12,8Vin Ordnung
50%12,1V12,5VBatterie laden
25%11,9V12,2VBatterie dringend laden
0%<11,9<12VBatterie defekt

 

 

Vor Tiefentladung schützen

Wie bereits bei den Batterietypen erwähnt, wirkt eine Tiefentladung zerstörerisch auf die Motorradbatterien. Sind paar Zellen erst einmal Tiefentladen, so können diese nicht mehr reaktiviert werden. Deshalb ist es wichtig die Motorradbatterien in der Winterpause abzuklemmen, damit keine Entladung durch das Boardnetz stattfindet.
Trotz nicht angeschlossener Batterie, herrscht eine gewisse Selbstentladung (siehe Tabelle oben). Um dieser entgegen zu wirken, empfiehlt sich der Kauf eines Ladeerhaltungsgeräts. Hierzu empfehlen wir das CTEK MXS 5.0, da es über einen Verpolungs- und Überhitzungsschutz verfügt. Zudem bietet das Ladeerhaltungsgerät einen Regenartionsmodus, welches die Batterie intelligent mit Ladezyklen versorgt.

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Zu guter letzt ist es wichtig die Motorradbatterien an einem frostsicheren und trockenen Ort aufzubewahren.

 

Aufpassen beim Ein- und Ausbau

  1. Zündung ausschalten, um Schäden am Boardnetz zu vermeiden
  2. Beim Ausbau zuerst Minuspol, dann Pluspol
  3. Motorradbatterie laden
  4. Polfett an den Polkontakten schmieren, um Korrosion vorzubeugen
  5. Beim Einbau zuerst Pluspol, dann Minuspol