Motorradkette spannen und prüfen - Tipps und Hintergruende Skip to main content

Neben der sorgsamen Pflege durch die Reinigung und Schmierung der Motorradkette, ist es ebenfalls sehr wichtig, dass die Antriebskette immer unter der richtigen Spannung läuft. Dies lässt sich leicht erklären. Eine zu lockere Kette könnte dazu führen, dass diese vom Ritzel rutscht und sich verklemmt. Eine zu straff gespannte Kette könnte den enormen Belastungen, besonders beim Lastwechsel, nicht dauerhaft halten und könnte reißen. Grund genug die Motorradkette regelmäßig zu begutachten!

 

Das Spiel der Motorradkette überprüfen

 

Durch die hohen Zugbelastungen die durch starkes Beschleunigen und Bremsen an der Motorradkette entstehen, verschleißt diese mit zunehmender Fahrleistung. Dies macht sich am Kettenspiel und an der Längendehnung in Laufrichtung bemerkbar.

 

kettenspiel
Das Spiel der Motorradkette überprüft man im belasteten Zustand, daher ist es sinnvoll jemanden bei der Messung um Hilfe zu bitten. Am besten setzt sich der Fahrer auf das Motorrad. Nun kann die helfende Hand die Kettenspannung am Kettendurchhang, etwa in der Mitte zwischen Ritzel und Kettenrad messen. Dazu nimmt man einen Meterstab. Man setzt in an der Schwinge an, und misst den Abstand zwischen Schwinge und Kette. Nun drückt man mit dem Finger die Kette nach unten und misst erneut den Abstand. Zum Schluss drückt man die Kette nach oben und misst erneut.
Man erhält nun zwei Messwerte. Diese zieht man von einander ab und erhält das Kettenspiel!

 

Zum Beispiel: Die Kette konnte 68mm nach unten und 21mm nach oben gedrückt werden. Die Differenz ergibt 47mm.

 

Je nach Herstellerangabe variierend, befindet sich das Kettenspiel zwischen 20 und 30mm. Die exakte Angabe ist beim Benutzerhandbuch des Motorrads zu finden. Ist ein zu großes Spiel vorhanden, so sollte man die Motorradkette spannen. In unserem Beispiel müssen Wir also die Motorradkette spannen!

 

Skala-KettenspannungNeben dem Durchhang lässt sich anhand der Markierungen am Ende der Schwinge feststellen, ob die Kette bereits an der Verschleißgrenze ist. Die Markierung geben sich als Einkerbungen in der Schwinge zu erkennen, die als eine Skala dienen (siehe Bild). Befindet man sich noch im Bereich der Skala, so ist die Motorradkette noch in Ordnung. Hat man die letzte Einkerbung überschritten, so ist es wird es höchste Zeit einen neuen Kettensatz zu bestellen!

 

Ein weiteres K.O.-Kriterium für eine Motorradkette: Wenn sich die Motorradkette um mehr als eine halbe Zahnlänge abheben lässt, ist die Kette fällig. Es besteht die Gefahr, dass diese abspringt.

 

kettenschutz

Kettenschleifschutz

Wo Wir schon dabei sind die Motorradkette zu überprüfen, sollte gleich noch der Kettenschleifschutz überprüft werden. Dabei wird geprüft, ob an irgendeiner Stelle diese Abdeckung durchgeschliffen ist. Wenn der Kettenschleifschutz beschädigt ist, muss er unbedingt ausgetauscht werden, denn das verschleißt die Kette und kann zudem die Schwinge beschädigen!

 

 

 

 

 

Motorradkette spannen

 

Bevor es an die eigentliche Arbeit geht, sollte deine Motorradkette ordentlich gereinigt sein. Der Durchhang lässt sich exakter bestimmen, wenn die Kette von Schmutz und Dreck befreit worden ist. In unseren Beitrag zur Kettenpflege zeigen wir Euch einige Tipps auf. Selbstverständlich ist der Motor aus, und das Getriebe im Leerlauf.

montageständerAnschließend wird das Motorrad aufgebockt. Dafür gibt es geeignete Montageständer, die sich jeder Motorradfahrer zu legen sollte. Diese erleichtern nicht nur das Reinigen des Motorrads, sondern ermöglichen auch kleinere Wartungsarbeiten, wie in unserem Beispiel. Dein Hinterreifen sollte also frei beweglich sein.

Nun zum spannen der Motorradkette. Grundsätzlich wird dabei die Hinterachse nach hinten verschoben, damit die Kette die gewünschte Spannung erreicht.

 

 

 

 

Motorradkette spannen:

  • Wenn ein Sicherungssplint die Achsmutter sichert, ist dieser erst zu entfernen. Mit einer Zange gerade biegen und herausziehen
  • Hinterachsmutter mit mindestens zwei Umdrehungen lockern
  • Kontermutter des Kettenspanners (Einstellschraube) auf beiden Seiten mit Gabelschlüsseln um zwei Umdrehungen lockern.
  • Jetzt kannst du mit der Einstellschraube die Hinterachse nach hinten bewegen.
    Wenn Dein Motorrad über keine Einstellschraube verfügt, sondern ein Gewinde an der Schwinge heraussteht und zwei Muttern aufgedreht sind, dann bewegt sich die Hinterachse, wenn man die Einstellmuttern dreht. Dabei ist zu beachten, dass das man die
  • An den seitlichen Markierungen orientieren. Die Markierungen müssen sich auf beiden Seiten auf der exakt selben Stelle befinden, sonst sitzt der Hinterreifen schief!
  • Hinterachsmutter nach vorgeschriebenen Drehmoment festziehen. (Achtung: Kette spannt dabei wieder etwas!)
  • Kontermutter festziehen.
  • Kettenspannung erneut überprüfen.

 

Vielleicht wird die Kettenspannung beim ersten Einstellen noch nicht optimal sein. Dies sollte Dich nicht entmutigen, denn das erfordert etwas Übung und Erfahrung. Hat es nicht geklappt, dann nochmal alle Schritte von vorne und sich herantasten.

 

Hier ein Videoanleitung aus der Praxis zum Thema Motorradkette spannen.

Viel Erfolg!