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Interview Meddes

 

Facts

 

YoutubeÜber 110.000 Abonennten & 9 Mio. Aufrufe
Facebook: >745.000 Follower
Website: www.meddes.co
► Motorrad: 2004 Honda Fireblade
► Kameras: GoPro Hero 3+/ 4, Sony A7s, DJI Phantom 4, DJI Mavic
Software: Adobe Premiere Pro & After Effects

 

Interview

 

Es ist nun Anfang Februar und bis zum Frühling dauert es leider noch etwas. Bist du auch schon so geil auf das Motorrad fahren wie wir?

Es macht auf jeden Fall einen Unterschied, ob man im Winter zwischendurch Pitbike, Supermoto oder ähnliches fährt. Dann ist es nicht ganz so schlimm. Aber natürlich freue ich mich schon wieder auf mein „großes“ Motorrad.

 

Wir hatten die Gelegenheit dich und Fifty beim Supermoto fahren in Marktl und beim pitbiken in Kaufbeuren zu besuchen. Beschäftigst du dich so über die Winterzeit?
Ja. Ich probiere gerne neue Sachen aus und möchte es den Leuten mit kurzen Clips zeigen. Da ich auch richtig Bock darauf habe, werden auch immer mehr unterschiedliche Sachen kommen. Für mich ist es eben nicht alles nur mit den Supersportlern auf der Landstraße zu fahren. Das wird selbst mir unterm Jahr schnell zu langweilig. Deswegen bin ich offen für alles was zwei oder vier Räder hat.

Also bist du auch ein Autoliebhaber?

Im Grunde ist für mich ein Auto ein Mittel um schnell von A nach B zu kommen. Aber mit dem richtigen Auto kann das natürlich auch sehr geil sein.

 

Wann bist du das erste Mal mit Motorrädern in Berührung gekommen?

Ich habe mit einem Mofa angefangen, wenn man dies als Motorrad zählen kann. Nach dem Mofa habe ich mir dann direkt eine Kawasaki KX250 Zweitakter geholt. Das war dann mein erstes Motorrad mit etwas Leistung. Für den Einstieg ein tolles Motorrad. Ich konnte damit unter anderem auf der Crossstrecke viel lernen. Danach kam eine Zweitakter Suzuki 125er und anschließend die Fireblade.

 

Dein erstes Video wurde 2009 veröffentlicht. Hattest du da schon die Absicht so groß auf Youtube raus zu kommen?

Absolut gar nicht. Da hatte ich überhaupt keine Absicht etwas „großes“ mit Youtube zu machen. In erster Linie habe ich es für meine Freunde gemacht. Es hat mir natürlich auch viel Spaß gemacht die Videos zu schneiden, aber es hat lange gedauert bis jemand darauf aufmerksam wurde. Mit den „Mixed Compilations“ kamen dann die Zuschauer.

 

Da ich selbst paar Videos auf Youtube veröffentlicht habe und nur ein paar jämmerliche Klicks ergattern konnte, kann ich mir gut vorstellen, dass es gar nicht so einfach ist so populär zu werden. Hast du Tipps für Anfänger?

Im Vergleich zu manch anderen Youtube-Channels finde ich jetzt nicht, dass meine Klicks explodieren. Es werden zwar immer mehr, aber ein riesen Boom ist es bei mir nicht. Aber mich freut es natürlich sehr, dass ich meine Leute habe, die sich das regelmäßig reinziehen und auch voll dahinterstehen.
Bei den Tipps muss ich gerade selber überlegen. Wichtig ist es, dass man versucht was anderes zu machen und sich abzuheben. Ich sehe oft Leute, die Videos 1:1 kopieren und auch dieselben Lieder verwenden. Ich glaube das ist nicht der richtige Weg, um mal richtig „groß“ rauszukommen. Man muss kreativ sein und gute Ideen haben. Es geht nicht darum besonders riskante Aktionen zu bringen, sondern einfach kreative Videos mit guter Qualität zu produzieren. Dazu gehören viel Interesse und Know-How. Aber wenn man sich anstrengt, ist alles möglich.

 

Du machst das auf jeden Fall gut vor. Deine Videos finden eben nicht nur aus der Helmperspektive statt. Du besuchst auch mal die MotoGP, erzählst etwas über deine Rennstreckenerfahrungen und probierst auch mal was Neues, wie zum Beispiel die Pitbikes aus.

Ja genau. Man muss sich schließlich auch weiterentwickeln, denn Youtube und dessen Content ändern sich auch kontinuierlich.

 

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Mit über 700.000 Follower in Facebook bist du sicherlich der bekannteste Motorrad VLogger. Auf der Intermot letztes Jahr gabst du einer riesigen Menge Autogramme und standest für Fotos bereit. Hättest du jemals erwartet, dass der Rummel um deine Person, bzw. um Meddes so riesig wird?

Nein natürlich nicht. Wer stellt sich schon sowas vor? Es ist für mich schon heftig, dass Leute mich nach Autogrammkarten fragen. Das hätte ich nie erwartet. Als ich mich mal beim Autogramme schreiben erwischt habe, da dachte ich mir: „Alter, wie weit ist das eigentlich schon gekommen?“. Vor allem habe ich direkte Anfragen bekommen, es ging ja nicht von mir aus. Anfangs hatte ich noch keine Autogrammkarten und musste paar Leute zurückweisen. Als immer mehr Anfragen kamen, habe ich mir dann natürlich meine Gedanken gemacht. So hat das angefangen.
Auf der IMOT war dann die erste Autogrammstunde, das war schon ziemlich krass. Man hat es mir natürlich unter meinem Helm nicht angesehen, aber ich war schon etwas nervös. Es ist wirklich etwas Außergewöhnliches.

 

Es ist wirklich verrückt, was man mit Videos erreichen kann. Du hast ja nicht nur in Deutschland viele Fans, sondern auch weltweit.

Auf jeden Fall. Es ist echt faszinierend! Mir ist schon oft aufgefallen, dass es Kommentare aus dem Ausland gab. Im Gegensatz zu manch anderen Youtubern in meiner Kategorie bin ich recht international aufgestellt, was mich selbst etwas wundert. Keine Ahnung woher das kommt und wie es zustande kam.

 

Nur wenige Leute kennen das Gesicht hinter Meddes. Wie schaut es bei dir privat aus? Wie sehr schützt du deine Anonymität?

Das kann man natürlich nie ganz vermeiden. Gerade in diesem Stand wo ich jetzt bin, bin ich zunehmend auf Veranstaltungen unterwegs und da kann ich natürlich nicht immer mit meinem Helm rumlaufen. Veranstaltungen sperren, nur weil ich komme? Das würde mir dann auch zu weit gehen und wäre mir zu stressig. Dann nehme ich auch in Kauf, dass man mich sieht. Wenn ich etwas machen möchte, dann werde ich das auch tun und mich nicht dadurch hindern lassen. Aber ich versuche natürlich dennoch meine Anonymität zu wahren.

 

Das hat aber bisher eigentlich sehr gut funktioniert oder?

Ja mich fasziniert es selber, dass ich das solange geschafft habe.

 

Helfen dir Leute zu filmen und die Videos zu schneiden oder machst du alles selbst?

In letzter Zeit unterstützen mich die Reifenkiller in vielen Hinsichten. Gerade im Videobereich kennt er sich gut aus. Aber der Großteil kommt natürlich aus meiner Hand.

 

Wie lange dauert die Produktion eines Meddes Blockbusters?

Das ist schwer zu sagen. Es kommt ganz darauf an wie man Zeit hat. Ich schaffe schon mal Videos in zwei Tagen, aber manchmal kann es auch zwei Wochen dauern. Mittlerweile bin ich aber schon so routiniert, dass es immer schneller geht. Mir ist eben wichtig, dass die Qualität stimmt und dafür nehme ich mir die Zeit. Bei den Mixed Compilations kann es etwas länger dauern, da ich viel Arbeit und Emotionen hineinstecke. Da sind Vlogs, die einfacher zu aufbereiten sind, eine willkommene Abwechslung.

 

Deine Videos drehst du meistens mit deiner Honda Fireblade. Wie viele Kilometer hast du schon mit der CBR gemacht?

Das witzige ist, mir wird die Frage sehr oft gestellt und ich kann nicht verstehen, warum es so interessant ist. Also ich kann es dir nicht mal so genau sagen, weil mich das ehrlich gesagt gar nicht so interessiert. Für mich ist das nicht wichtig. Also da müsste ich jetzt selber nachschauen, ich denke so um die 70.000 Kilometer.

 

 

Ich kenne das von meinem Freundeskreis, dass man sich nach der Saison austauscht, wie viele Kilometer gefahren wurden…

…das ist bei uns nicht so. Ich kann auf jeden Fall verraten, dass ich gar nicht so viel fahre wie man durch die Videos vermuten könnte. Ich bin jetzt nicht der „Allwetterfahrer“, der auf Biegen und Brechen aufs Motorrad steigt. Es macht mir nicht wirklich Spaß, wenn ich bei über 30 Grad meine Runden drehe und nach 10 Minuten die Lederkombi vollgeschwitzt ist. Von daher sind mir die Kilometer nicht wichtig. Bei mir steht der Spaß im Vordergrund.

 

Hast du vielleicht ein neues Motorrad in Aussicht?

Das gehört zu den Dingen, die ich dir nicht verraten kann. *lach*

 

Du bist auch sehr viel auf der Rennstrecke unterwegs. Bist du da mittlerweile lieber unterwegs als auf der Straße?

Definitiv lieber Rennstrecke. Leider habe ich, sowie viele andere auch, das Problem, dass man nicht gleich um die Ecke eine Rennstrecke hat. Wenn es bei mir eine geben würde, dann würde ich sicherlich überlegen mit der Straße ganz aufzuhören. Aber es ist nun mal so, dass man einfach seine Maschine aus der Garage schieben und fahren kann, wann man möchte. Das geht beim Rennstrecken fahren nicht. Das ist mit mehr Aufwand, Zeit und Kosten verbunden. Dafür ist das Risiko auf der Landstraße wiederum höher.
Ich würde schon sagen, dass ich 2017 auf der Straße einen kleinen Schritt zurück machen möchte. Man hat schon bei meinem Rückblick 2016 gesehen, dass dieser unbewusst viele Clips von Events oder Veranstaltungen hatte, da diese einfach meine Highlights waren. Nun möchte ich meine Videos weiter in diese Richtung ausbauen.

 

Was ist denn deine Lieblingsstrecke?

Ich bin bis jetzt noch gar nicht so viele Rennstrecken gefahren. Ich war bis jetzt auf Most in Tschechien, Rijeka in Kroatien, Lausitzring mit der Moto2 und in Oschersleben. In Oschersleben bin ich das erste Mal gefahren. Die Rennstrecke ist cool, aber im Vergleich recht klein. Als meine Lieblingsstrecke würde ich jetzt mal Most sagen. Da bin ich sehr gerne unterwegs. Man hat dort zum Beispiel Höhen und Tiefen und die Strecke an sich ist sehr ausgewogen. Aber Rijeka ist auch super.

 

Dein guter Freund Fifty ist Motorradrennfahrer und hat schon viele Erfolge einfahren können. Wäre das auch was für dich? Oder möchtest du Fifty nicht den Spaß nehmen?

Es ist auf jeden Fall sehr interessant. Mich würde es sehr interessieren in welchem Feld ich mich da bewegen würde. Aber ich habe bei Weitem nicht die Trainingseinheiten wie Fifty oder Laurenz. Bis auf letztes Jahr war ich nur einmal pro Jahr auf der Rennstrecke. Deswegen fehlt mir da die Erfahrung. Aber interessant ist es definitiv und auch spannend wo ich liegen würde.

 

Was waren die Highlights in deiner bisherigen Motorrad Laufbahn?

Puh. Moto2 war auf jeden Fall ein Highlight. MotoGP live erlebt zu haben und Rossi zu sehen sicherlich auch. Und Rijeka war auch ein Highlight. Die Atmosphäre war dort sehr cool und es hat sehr viel Spaß gemacht mit den Leuten zu fahren und abzuhängen.
Was auch ein kleines Highlight für mich war, war das Pitbike fahren.

 

Wie du gerade erwähnt hast, gehört das Pitbike fahren zu deinen Highlights. Ich selber bin es noch nie gefahren. Wo genau liegt der Reiz dabei?

Man kann mit relativ wenig Geld richtig viel Spaß haben. Es wird zwar oft belächelt, aber jeder der Motorrad fährt, wird seinen Spaß daran haben. Man kann seine Grenzen testen und wenn man stürzt, dann passiert meistens nichts. Gerade im Winter ist es echt empfehlenswert und eine gute Abwechslung. Der Nachteil ist, dass man nicht überall fahren kann und man eine Möglichkeit zum Transportieren braucht.

 

Letztes Jahr hattest du die Gelegenheit mit der Moto2 Maschine von Anthony West zu fahren. Wie war das? Wie groß sind die Unterschiede zum Serienbike?

Die Maschine fühlte sich viel leichter an und im Vergleich zu meiner Fireblade hart wie ein Brett. Ein sehr straffes Fahrwerk, man spürt wirklich jeden einzelnen Stein und jede Unebenheit. Ich habe aber nicht gespürt, dass die Maschine besonders teuer wäre. Es ist wie eine 600er, nur mit einem sehr straffen Fahrwerk und kaum Elektronik.

 

In Valencia warst du in der Hospitality von Yamaha und hast unter anderem Valentino Rossi getroffen. Wie kam es dazu, dass du ihm so nahe gekommen bist. Konntest du mit ihm quatschen?

Ich wurde von TW Steel (Sponsor von Yamaha) zu diesem Event eingeladen. Dadurch bekam ich die Möglichkeit den Persönlichkeiten näher zu kommen. Leider konnte ich mit Valentino Rossi kein Foto machen oder mit ihm paar Worte wechseln. Ich wäre eigentlich der Nächste in der Reihe gewesen, aber wie man auf meinem Video erkennen kann, hat er den Raum ganz schnell verlassen. Er kam dann zwar nochmal kurz zurück um mit anderen ein Gespräch zu führen, aber wir kamen nicht mehr an ihn ran und er war auch schnell wieder weg. Dafür habe ich mit Lin Charvies gequatscht. Er hat mich gefragt, ob ich schon öfters hier war und so unterhielten wir uns ein wenig. Er ist wirklich ein total cooler Typ. Ich denke, dass nicht jeder in seiner Position so ist.

 

Wie findest du unsere Interview-Serie „Winterdepressionen“ mit der Verlosung zugunsten MEHRSi?

Das ist eine super Idee und da bin ich natürlich sofort dabei. Ich bin schon sehr lange Unterstützer von MEHRSi.

Danke dafür!

 

So Meddes, jetzt wollen wir mal kurz und knackig paar Wörter zu folgenden Stichwörtern wissen! 

 

Hobbies? (außer Motorrad)

Filme.

 

Wie würdest du mit einem Wort den Sound der RSV4 beschreiben?

Krank.

 

Dein letzter Film?

Deadpool.

 

Bier oder Longdrink?

Kommt darauf an wie der Abend verläuft, aber eher Longdrink.

 

Valentino Rossi?

Mr. MotoGP

 

Fifty?

Lustig.

 

So wir sind fertig! Vielen Dank, dass wir dich kennen lernen und mit dir ein cooles Interview führen durften. Du bist auf jeden Fall (auch abseits der Kameras) ein super Typ! Wir wünschen dir eine schöne und erfolgreiche Saison 2017.

Sehr gerne, vielen Dank!

 

Und das hat uns Meddes zur Verlosung für den guten Zweck bereitgestellt:

Eine handsignierte Cap und Aufkleber!

Mehr Infos und die Teilnahmebedingungen zur Verlosung findest du HIER!