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Interview Fifty#73

 

 

Facts

 

Name: Christof Höfer
geboren am 03.07.1990
Wohnort: Reiskirchen
Website: www.fifty-racing.com
Facebook: https://www.facebook.com/Fifty73-Racing
Youtube: Fifty#73-Racing
► Aktuell: Suzuki GSXR-1000 Cup
Karriere-Stationen: Yamaha R6 Dunlop Cup, Langstrecken-WM, uvm.
Hobbys: Rennsport, Handball
Privates Motorrad: Yamaha MT-09 

 

Interview

 

Wir hatten die Gelegenheit Fifty zu interviewen. Dabei stellte er sich geduldig den Fragen und nahm sich viel Zeit für das Gespräch. Danke dafür!

 

BikerPassion.de: Unsere Interview-Serie nennt sich Winterdepressionen, da sich die meisten Motorradfahrer momentan in der Winterpause befinden. Wie sieht es mit deinen Winterdepressionen aus, vermisst du das Motorradfahren schon sehr? Oder halten die Vorbereitungen für die neue Saison auf trapp?

Fifty: Im Winter fahren wir des öfteren mit Pitbikes sowohl in der Halle als auch Offroad. Zudem sind wir
normalerweise, bis auf die letzten zwei Winter, in Spanien unterwegs gewesen. Da jetzt aber der Klassenwechsel ansteht und die Suzuki erst im Februar ausgeliefert wird, habe ich aktuell kein Motorrad für die Rennstrecke.
Es tut aber auch mal wirklich gut eine Pause einzulegen und zu verschnaufen. Die Vorbereitung für die neue Saison mit Bestimmung der Designs, Sponsorengespräche, Verträge und so weiter kann man in dieser Zeit in Ruhe erledigen.

 

 

Alles klar. Bevor wir weiter über deine aktuelle Situation sprechen, würde ich gerne zurück zu deinen Anfängen. Wann und wie wurdest du mit dem Motorradfieber infiziert? Was war dein erstes Motorrad?

Das fing alles schon sehr früh an. Schon als Kinder sind wir auf der Wiese bei uns mit den kleinen Honda Monkey’s gefahren. Mein Vater fährt auch schon ewig Motorrad und ich durfte als kleiner Bub auch schon mitfahren. Und dann ging es los: Mit 15 das Mofa, mit 16 die 125er, mit 17 das erste mal auf der Rennstrecke und dann ist das nach und nach gewachsen.

 

Mit welcher Maschine warst du damals auf der Rennstrecke schon unterwegs?

Das war damals die Honda CBR600RR PC37.

Dann hast du ja relativ früh mit der Rennstrecke angefangen…

Naja recht früh würde ich nicht sagen. Was das angeht, bin ich ja eigentlich ein totaler Quereinsteiger. Im Vergleich: Lukas Trautmann, Markus Reiterberger, Marvin Fritz und und viele andere bekannte Rennfahrer haben bereits im Kindesalter Rennerfahrung gesammelt. Das war bei mir nicht so. 2007 bis 2010 bin ich Trainings gefahren und so richtig mit dem Rennsport fing es 2011 an. Also würde ich sagen, dass ich eher recht spät angefangen habe.

 

Wie bist du dann als Quereinsteiger zu deinem ersten Start in einer Rennserie gekommen?

2007 saß ich in Hockenheim auf der Tribüne und habe beim R6 Cup Finale zugeschaut. Das hat mich so begeistert, dass ich dann zu meinen Jungs gesagt habe: „Boah, da möchte ich auch mal mit fahren!“. Und dann fing das Ganze von 2007 bis 2010 mit Renntrainings an. 2010 habe ich als Gaststarter an deutschen Seriensport-Meisterschaften teilgenommen und so ging es dann immer weiter, in den Klassen immer höher, auch immer mehr Erfolge und dementsprechend auch mehr Sponsoren. Bis ich dann letztendlich 2015 und 2016 im R6 Cup gefahren bin und es dort auch auf das Podium geschafft habe.

 

 

Respekt! Ich denke das jeder, der etwas Motorsport affin ist, schon mal davon geträumt hat am aktiven Rennsport teilzunehmen. Du hast das als Quereinsteiger geschafft und bist zudem auch erfolgreich. Das zeigt, dass es für jeden möglich ist.

Auf jeden Fall. Danke! Wenn man sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann muss man da am Ball bleiben und seine Ziele verfolgen.

 

Du warst vor dem Motorsport übergewichtig und hast es geschafft 62kg abzunehmen. Das verdient höchste Anerkennung. Beschreibe uns diese Zeit. Wie hast du es geschafft so viel abzunehmen und was hat dich so motiviert?

Das war tatsächlich der Motorsport. Wie bereits erwähnt hat mich damals der R6 Cup sehr fasziniert. So sehr, dass ich einen extremen Ehrgeiz entwickelt habe und mir sagte: „Ich möchte unbedingt einmal im R6 Cup fahren und ich möchte unbedingt einmal auf dem Podest stehen.“. Kurz darauf habe ich angefangen Sport zu machen und habe das Rauchen aufgehört. So konnte ich dann auch abnehmen. Dieses Jahr hat es dann tatsächlich im Lausitzring mit dem Podium geklappt. Da ist ein großer Traum in Erfüllung gegangen.

 

Das ist wirklich cool. Wie hast du dich dabei gefühlt? Die harte Arbeit hat sich nun endlich ausgezahlt.

Ja klar, das war Emotion pur. Da ist alles hoch gesprudelt…

 

…hast du da auch die ein oder andere Träne verdrücken müssen?

Klar, das waren über 8 lange Jahre sau harte Arbeit. Aber ich wollte einfach einmal im R6 Cup fahren und einmal aufs Podest und das war das, was mich über all die Jahre angetrieben hat.

 

Was für eine Geschichte! Kurz zum R6 Dunlop Cup. Deine R6 fiel mit einem tollen Design im Feld auf. Was wurde neben der Optik alles an der R6 geändert?

Danke! Da gibt’s ein Cup-Paket, dass jeder Fahrer verwenden darf und sich auch gleichzeitig daran halten muss. Da ist genau vorgegeben was man ändern darf. Somit hat jeder Fahrer das selbe Material und die identische Maschine und das gefällt mir einfach so an den Cups.

 

Das stimmt. In den meisten Serien wie die Superbike-WM oder die MotoGP ist die Leistung der Fahrer auch sehr am Motorrad gebunden. In den Cups steht das fahrerische Können mehr im Vordergrund. Würdest du dann auch sagen, dass es genau deswegen ein gutes Sprungbrett für eine größere Karriere ist?

Ja klar. Man sieht ja was alles aus dem R6 Cup entsprungen ist. Jesko Raffin, der in der Moto2-Meisterschaft fährt. Unser Markus Reiterberger der in der WSBK fährt. Kenan Sofuoglu mehrfacher Supersport-Weltmeistermeister. Jörg Teuchert wurde ebenfalls 2002 Supersport-Weltmeister. Lukas Trautmann, der 2014 im R6 Cup alle Rennen gewinnen konnte, fährt nun in der IDM. Alle kamen aus dem R6 Cup. Deshalb ist das für die meisten Nachwuchsjungs europaweit ein geiles Sprungbrett.

 

Na dann hoffen wir, dass es für dich auch ein gutes Sprungbrett ist…

Ich gebe auf jeden Fall immer mein Bestes und lasse die Zukunft auf mich zukommen. Nächstes Jahr möchte ich beim Suzuki GSXR Cup vorne mitmischen, denn der Gewinner bekommt für übernächstes Jahr eine Maschine für die IDM gestellt.

 

 

Du durftest 2016 bei der EWC Langstrecken-WM teilnehmen. Dabei bist du beim 80. Lauf der 24h Bol d’Or für das Völpker NRT48  an den Start gegangen. Mit dem zehnten Gesamtplatz und vierten Platz in der Superstock – Klasse gelang euch da ein tolles Ergebnis. War das eine krasse Belastung für dich? Was nimmst du aus dem Rennen mit?

Das 24 Stunden Rennen war eine tolle Erfahrung für mich. Es war tatsächlich sehr anstregend, sowohl physisch als auch mental. Aber eine absolut geile Geschichte! Ich bin sehr schnelle Runden gefahren und hatte im Team sogar die Bestzeit. Zudem hat es mich auch gefreut, dass meine Familie und Freunde das Rennen live im TV verfolgen konnten und für mich mit gefiebert haben. Sowas will ich gerne in diesem Jahr wieder mitmachen!

 

Wie ist deine Meinung über die MV-Agusta, mit der du bei den 8h in Oschersleben teilgenommen hast? Die ist ja schon fast exotisch auf der Rennstrecke oder? 

 

Ja das stimmt. Die MV ist ein schönes Motorrad, aber sehr sehr speziell. Sie lässt sich schwer fahren und ist von der Elektronik und von der Leistung deutlich unterlegen. Deswegen war die Zielsetzung eine ganz andere. Man wollte einfach mit einer italienischen Diva ans Ziel kommen, ohne Defekt und ohne Ausfall. Das haben wir letztendlich auch geschafft.  Dabei war die Mannschaft rund um Harald Evers war absolut geil. Die arbeiteten mit Herzblut. Das Team war zufrieden und ich konnte auch paar schnelle Zeiten fahren.

 

 

Also war ein deutlicher unterschied zur BMW S1000RR erkennbar?

Ja auf jeden Fall! Die BMW ist da ein sehr ausgeklügeltes starkes Motorrad.

 

Stehst du also privat auch mehr auf die deutsche Präzision oder auf die italienischen Diven?

Ich stehe grundlegend auf Japaner. Yamaha liegt mir dabei besonders am Herzen. BMW ist natürlich auch geil. Ich bin nicht so ein Marken gebundener Typ. Ich finde alles was brummt und zwei Räder hat gut. Jetzt freue ich mich erst mal sehr auf die Suzuki GSXR1000.

 

Fährst du dann Privat auch eine Yamaha?

Ja, die Yamaha MT-09.

 

 

Ok das war es fürs erste. Jetzt wollen wir mal paar schnelle knackige Antworten von dir hören. Was fällt dir unter folgenden Stichpunkten ein?

Hobbies (außer Motorrad)?

Handball.

Beziehungsstatus?

Single.

Valentino Rossi?

Mr. MotoGP, geilster Motorradfahrer. Mein Vorbild! Ich finde es toll wie er die Leute auf sich zieht und mit sich reißt. Er ist immer freundlich und hat immer einen coolen Spruch auf Lager. Auf jeden Fall ein Vorbild von mir.

Pizza oder Spaghetti?

Pizza.

Dein Auto?

Golf 6 GTD.

Letzter Urlaub?

Kuba

Deine Stärken?

Ehrgeizig, freundlich, hilfsbereit und immer gut drauf.

Deine Schwächen?

Etwas ungeduldig.

 

So wir sind fertig! Vielen Dank für das nette Interview und für dein bereitgestelltes Fanpaket für unsere Spendenaktion an MEHRSi . Wir wünschen dir viel Erfolg im Suzuki GSXR Cup!

Sehr gerne! Vielen Dank!

 

 

Und das hat uns Fifty zur Verlosung für den guten Zweck bereitgestellt:

Mehr Infos und die Teilnahmebedingungen zur Verlosung findest du HIER!